Pflegesessel Förderungen:
– Krankenkasse (Zuschuss / Kostenübernahme)
– Rezept, Verordnung
– Hilfsmittel (Hilfsmittelnummer)

Ein Reha-Sessel ist nicht nur ein attraktives, wohnliches Möbel. Er erleichtert vor allem den Alltag von und mit pflegebedürftigen Personen, deren Mobilität eingeschränkt ist. Bewegungen werden unterstützt und selbständige Aktionen unterstützt. So gibt der Sessel auch den Betroffenen selbst ein Stück Eigenständigkeit im Alltag zurück.
Ganz günstig ist ein solches Hilfsmittel nicht. Es gibt jedoch Mittel und Wege, einen solchen Reha-Sessel zu finanzieren.

Pflegesessel über die Krankenkasse bekommen
(Kostenübernahme / Zuschuss / Verordnung)

Pflegesessel-Förderung über Krankenkasse / Hilfsmittelnummer

Grundsätzlich können die Kosten für einen Reha-Sessel von der Kasse übernommen werden. Sie gelten als Hilfsmittel, weshalb in ihrer Mobilität eingeschränkte Personen unter bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch auf einen solchen Sessel haben. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, können sie einen Pflegesessel beantragen bei der Krankenkasse. Für Mitglieder einer gesetzlichen Kasse gilt für den Hilfsmittelantrag für die Krankenkasse §31 Abs. 1 Nr. 3 SGB IX. Er gilt für Mittel, die die Teilnahme am alltäglichen Leben wieder ermöglichen oder erleichtern.

Wenn ein solches Hilfsmittel bei einer Krankenkasse beantragt wird, besteht jedoch nicht immer die freie Auswahl, welcher Reha-Sessel es genau werden soll. Viele Kassen fördern funktionelle Modelle. Ein elegantes, wohnliches Design steht für sie im Hintergrund. Ist ein Sessel mit Aufstehhilfe sinnvoll, wird die Kasse einen solchen auch bezahlen. Schön muss er aber eben nicht sein. Auch Zusatzfunktionen, die nicht unbedingt notwendig sind, werden in der Regel nicht finanziert, auch wenn sie den Alltag ein weiteres Stück einfacher und komfortabler machen würden.

Zwei Pflegesessel mal "anders". Dies sind sicherlich nicht jedermanns Lieblingsfarben, jedoch geben sie dem Nutzer ein wirklich individuelles Gefühl. Diese beiden VIANDO+ Sessel der Firma KRANICHconcept sind Einzelstücke.
Zwei Pflegesessel mal "anders". Dies sind sicherlich nicht jedermanns Lieblingsfarben, jedoch geben sie dem Nutzer ein wirklich individuelles Gefühl. Diese beiden VIANDO+ Sessel der Firma KRANICHconcept sind Einzelstücke.

Das gilt auch für die Optik. Soll es optisch ein schönes Modell werden, lohnt sich aber mitunter eine Nachfrage, welche Mittel die Kasse zahlt und ob sie im Zweifel das gewünschte Modell zumindest bis zu dem Betrag bezuschusst, den ein genehmigter Reha-Sessel kosten würde. So lassen sich die selbst zu tragenden Kosten mitunter deutlich senken.

Würde ein Reha-Sessel das Leben des Betroffenen und der Pfleger deutlich aufwerten und würde er die Kasse auch aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten – etwa bei Pflegekosten – günstiger zu stehen kommen, ist eine teilweise Kostenübernahme ohne Verschreibung ebenfalls möglich. Dann wird ein Zuschuss beantragt, den die Kassen immer im Einzelfall prüfen. Hier gilt es, einen langen Atem zu haben, denn nicht immer wird ein solcher Zuschuss zum Reha-Sessel sofort und im gewünschten Umfang genehmigt.

Hinweis:
Die Kostenübernahme für Hilfsmittel (hier: „Pflegesessel“) ist bei den gesetzlichen Krankenversicherung generell nur möglich, wenn diese im Hilfsmittelverzeichnis aufgeführt ist.
Die Privaten Krankenkassen ist diese Situation oftmals ganz anders, hier sollte immer das individuelle Gespräch geführt werden.

Web-Links mit weiteren Informationen der einzelnen Krankenkassen (über das Hilfsmittelnummer / Hilfsmittelverzeichnis)  befinden sich auf der Seite „Krankenkassen Übersicht (Pflegesessel)

Tipp:
Sollte die Krankenkasse eine Kostenübernahme ablehnen, so gibt als – als Verhandlungsbasis – eine weitere Möglichkeit: Bezahlen Sie den Basistyp eines Pflegesessels und erbitten Sie von der Krankenkasse eine Kostenübernahme oder einen Zuschuss zu den pflegerelevanten Ergänzungen für den Sessel. Dies können z.B. Sonderkissen oder die elektrische Aufstehhilfe des Pflegesessels sein.

Der Pflegesessel auf Rezept

Wenn der Arzt den Patienten untersucht hat und einen Reha-Sessel als Hilfsmittel für sinnvoll ansieht, kann er einen solchen verschreiben. Mit dem Pflegesessel auf Verschreibung besteht dann der Anspruch auf eine Kostenübernahme durch die Kasse. Ein Anspruch auf ein bestimmtes Modell besteht dagegen nicht.

Allerdings können die Kassen auch beim Reha-Sessel auf Verschreibung einen selbstgewählten Sessel unterstützen. Nachfragen lohnt sich also in jedem Fall. Die Genehmigung muss aber vor dem Kauf vorliegen. Dann unterstützen manche Kassen ein selbstgewähltes Modell mit bis zu 50 % Zuzahlung. Ist der Sessel dagegen bereits vor dem Antrag angeschafft worden, ist eine Kostenübernahme nicht mehr möglich.

Tipp:
Man sollte immer vor dem Kauf des Pflegesessel bei der Krankenkasse die Zuzahlung, einen Zuschuss oder eine Kostenübernahme erfragen.

Reha-Sessel / Pflegesessel und die Hilfsmittelnummer

Hilfsmittel gibt es von Brillen und Bandagen mit zu Pflegemöbeln wie einem Reha-Sessel. Das Angebot am Markt ist bei den einzelnen Mitteln riesig und für Patienten kaum zu überschauen. Deshalb haben die Kassen ihre eigene Qualitätskontrolle: die Hilfsmittelnummer. Eine solche Nummer erhalten nur die Mittel, die vorher geprüft wurden. Unter die Lupe genommen werden bei einer solchen Prüfung Stabilität, Funktionalität und die allgemeine Qualität eines solchen Produktes. Besteht es den Test, wird es mit seiner eigenen Hilfsmittelnummer ins Hilfsmittelverzeichnis aufgenommen. Auf einen Hilfsmittelantrag hin muss die Krankenkasse einen solchen Alltagshelfer dann bezahlen.

Weiterführende Links:

Das Hilfsmittelverzeichnis mit den Hilfsmittelnummern wird durch den GKV-Spitzenverband erstellt. Die aktuelle Liste der Hilfsmittel ist hier verlinkt.

Übergeordnet ist der „Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA)“ : Diese gemeinsame Selbstverwaltung der Psychotherapeuten, Ärzte, Zahnärzte, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland bestimmt anhand von Richtlinien den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)

Die gesetzlichen Regelungen rund um die Gesetzliche Krankenversicherung ((Artikel 1 des Gesetzes v. 20. Dezember 1988, BGBl. I S. 2477) werden im  Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V)  abgebildet.